Schutzgebiete im Naturpark Fichtelgebirge
Name: Schutzgebiete im Naturpark Fichtelgebirge
Gebietsgröße: ca. 1.011 km²
Betreut seit: Januar 2008
Bedeutung:
Dem Fichtelgebirge kommt durch seine Eigenschaft als Kreuzungspunkt europäischer Mittelgebirgszüge eine besondere Bedeutung im europäischen Biotopverbund zu.
Typische Lebensräume:
Blockhalden, montane Wälder, magere Bergwiesen, Quellfluren, Moore, Auen
Besonderheit:
Das Fichtelgebirge nimmt eine in Nordbayern herausragende Stellung als Quellregion mit mehreren tausend Quellen ein. Auch wenn manche nur einige Kilometer – oder gar wenige hundert Meter – voneinander entfernt liegen, entwässern sie u. U. in verschiedene Flusssyteme und Meere (europäische Hauptwasserscheide). Die Bäche im...
- ...westlichen Fichtelgebirge münden in den Weißen Main, dessen Wasser über den Rhein in die Nordsee fließt.
- ...nördlichen Fichtelgebirge münden in die Sächsische Saale, deren Wasser über die Elbe in die Nordsee fließt.
- ...inneren Fichtelgebirge münden in die Eger, deren Wasser ebenfalls über die Elbe in die Nordsee fließt.
- ...südlichen Fichtelgebirge münden in die Fichtelnaab, deren Wasser über die Donau ins Schwarze Meer fließt.
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Das Fichtelgebirge ist ein Mittelgebirge im Nordosten Bayerns. Es kann in zwei Einheiten unterteilt werden:
- Das Hohe Fichtelgebirge umfasst wie ein Hufeisen die Selb-Wunsiedler-Hochfläche. Im Hohen Fichtelgebirge mit seinen Gipfeln bis 1.051 m (Schneeberg) ist ein großräumiges Vogelschutzgebiet zu finden, das Bestandteil des europäischen Schutzgebietsystems Natura 2000 ist. Hier sind auch einige Naturschutzgebiete sowie FFH-Gebiete ausgewiesen mit Felsen, Blockhalden, Mooren und Bergwiesen.
- In der Selb-Wunsiedler Hochfläche sind großräumige FFH- und Naturschutzgebiete ausgewiesen, in denen besonders Moore und Auen geschützt werden.
Die folgenden Fotos geben einen beispielhaften Einblick in die von der Gebietsbetreuung betreuten Feuchtlebensräume im Naturpark Fichtelgebirge. Sie zeigen:
- das Ehewaldmoor bei Nagel → FFH-Gebiet 6037-371 "Bergwiesen im südlichen Fichtelgebirge"
- die Hirschloh bei Niederlamitz → FFH-Gebiet 5838-372 "Feuchtgebiete um Selb und Großwendern"
- den Neudeser Teich bei Marktleuthen → FFH-Gebiet 5838-302 "Eger- und Röslautal"
- den Zeitelmoosteich bei Wunsiedel → FFH-Gebiet 5937-301 "Zeitelmoos bei Wunsiedel"
Name: Florian Engelbrecht
Ausbildung:
B.Sc. Biologie
Im Dienst seit: 2024
Träger: Naturpark Fichtelgebirge e.V.
Thematische Schwerpunkte:
A) Schutz wertgebender Arten und Lebensräume
1) Natura 2000
2) Artenschutz
3) Besucherlenkung
B) Aufwertung degradierter Lebensräume
4) Gewässer
5) Moore
C) Management konfliktträchtiger Arten
6) Fischotter
7) Neobiota
D) Akzeptanzverbesserung naturschutzfachlicher Maßnahmen
8) Öffentlichkeitsarbeit
Tätigkeitsschwerpunkte:
- akzeptanzfördernde Maßnahmen wie Öffentlichkeitsarbeit in den Schwerpunktthemen Gewässer, Moore und Umsetzung von Natura 2000
- Unterstützung naturschonender regionaler Wirtschafts- und Tourismusinitiativen
- Unterstützung der Kooperation ehrenamtlicher und behördlicher Akteure
- Dokumentation, Bestandserfassung und Monitoring
- Entwicklung und Umsetzung von Artenschutzmaßnahmen
- fachliche Beratung und Konfliktmanagement
Betreute Lebensräume:
Feuchtlebensräume (Quellen, Fließgewässer, Stillgewässer, Auen, Moore)
Mehr Informationen
Seit April 2024 bin ich der neue Gebietsbetreuer im Naturpark Fichtelgebirge.
Ich bin am Rand des Fichtelgebirges aufgewachsen und interessiere mich seit meiner Jugend für die Natur. Bereits damals träumte ich von der Arbeit des Gebietsbetreuers und entschied mich nach meinem Abitur für ein heimatnahes Studium der Biologie. Mein besonderes Interesse gilt der Erfassung von Arten, insbesondere der Vögel, doch auch anderer Artengruppen, insbesondere an Gewässern.
Durch meine Arbeit als Gebietsbetreuer kann ich aktiv zur Verbesserung der Lebensräume dieser Arten beitragen. Neben meiner Arbeit als Gebietsbetreuer beim Naturpark Fichtelgebirge e.V. bin ich auch als Fachkraft für Naturschutz und Landschaftspflege und als stellvertretender Geschäftsführer beim Landschaftspflegeverband Wunsiedel i. Fichtelgebirge e.V. beschäftigt.
Kontakt
Naturpark Fichtelgebirge e.V.
Jean-Paul-Straße 9
95632 Wunsiedel
E-Mail: E-Mail schreiben
Telefon: 09232 80 607
Mobil: 0170 5077226
Fax: 09232 80 9 607
Tierarten:
Als zoologische Besonderheiten können im Gebiet u. a. Gartenschläfer, Auerhuhn, Dreizehenspecht, Kreuzotter, Goldener Scheckenfalter und Große Moosjungfer beobachtet werden.
Pflanzenarten:
Als botanische Besonderheiten kommen im Gebiet u. a. Arnika, Buschnelke, Mittleres Wintergrün, Europäischer Siebenstern und Spirke (Moorkiefer) vor.
Hilfsprogramme für:
Verschiedene lokale Akteure setzen im Fichtelgebirge u. a. Hilfsmaßnahmen für das Auerhuhn, den Gartenschläfer, die Kreuzotter, den Goldenen Scheckenfalter und die Arnika um.
Bedrohung:
Um die Vielfalt an Arten und Lebensräumen zu erhalten, wurden von den Naturschutzbehörden in den letzten Jahrzehnten innerhalb des Naturparks Fichtelgebirge 20 FFH-Gebiete mit einer Gesamtfläche von ca. 5.740 ha, 1 Vogelschutzgebiet mit ca. 3.415 ha und 18 Naturschutzgebiete mit insgesamt ca. 850 ha ausgewiesen. Diese überlappen sich zum Teil und sind durch zahlreiche kleinere für den Naturschutz wertvolle Flächen wie geschützte Landschaftsbestandteile, Naturdenkmäler und gesetzlich geschützte Biotope miteinander vernetzt.
Naturschutz-Projekte:
InseGdA – Artenvielfalt im Eger- und Röslautal ist ein Projekt des Landkreises Wunsiedel i. Fichtelgebirge, in dem Konzepte zur Bewirtschaftung und Pflege der Gewässer und Auenflächen entlang der Eger und Röslau entwickelt und umgesetzt werden, die die Lebensraumbedingungen für Insekten verbessern und so die Insektenvielfalt erhöhen sollen. Aus Sicht der Gebietsbetreuung ist dies ein wichtiges Pilotprojekt zur Renaturierung von Fließgewässern, aus dessen Erkenntnissen die Gebietsbetreuung bei der Umsetzung eigener Projekte profitieren kann. Weitere Informationen zum Projekt InseGdA finden hier und hier.
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Im Fichtelgebirge ist die letzte autochthone Population des Auerhuhns in Bayern außerhalb der Alpen beheimatet. Um diese störungsempfindliche Art zu schützen, wurden Wildschutzgebiete ausgewiesen, in denen auch viele andere seltenen Arten wie Dreizehenspecht, Ringdrossel, Raufußkauz, und Sperlingskauz leben. In den Blockhalden überdauern Eiszeitreliktarten wie Blockhaldenwolfsspinne, Alpensackspinne, Blockhaldennestkäfer, Blytts Kropfgabelzahnmoos und Häutige Lepraflechte.
Weitere Refugien für Eiszeitreliktarten stellen die vielen noch teilweise erhaltenen Moore dar. Neben typischen Pflanzenarten wie Sonnentau, Wollgras und Torfmoos ist hier auch die Kreuzotter zu finden, für die das Fichtelgebirge eines ihrer schwerpunktmäßigen Vorkommensgebiete in Bayern darstellt. Die folgenden Fotos zeigen eine Auswahl typischer Pflanzenarten der Moore im Fichtelgebirge:
Was Sie unbedingt erleben müssen
Genießen Sie von einem der zahlreichen Gipfel fantastische 360°-Rundblicke über das Fichtelgebirge und die angrenzenden Regionen:
- Der Schneeberg als höchster Berg Frankens bietet Möglichkeiten für längere und anspruchsvolle Wanderungen.
- Der Ochsenkopf lässt sich barrierearm mit zwei Seilbahnen erklimmen und bietet das ganze Jahr über zahlreiche Freizeitangebote.
- Die Kösseine und die benachbarte Luisenburg mit dem Felsenlabyrinth bestechen durch ihre landschaftliche Schönheit sowie kulturelle Angebote auf der Felsenbühne.
- Am Waldstein erwartet Sie ein Naturwaldreservat mit einer mittelalterlichen Burgruine und imposanten Felsformationen.
- Der Kornberg verspricht durch seine Abgelegenheit etwas mehr Ruhe, bietet jedoch auch Möglichkeiten für Wintersportler und Mountainbiker.
Die schönsten Orte im Gebiet
Das Fichtelgebirge bietet zahlreiche schöne Orte – von den ausgedehnten Hochlagenwälder im Hohen Fichtelgebirge über die Kräuterwiesen rund um Nagel, die beschaulichen Dörfer im Sechsämterland bis hin zu den großen Moorflächen im Zeitelmoos und im Selber Forst. Dazwischen fügen sich zahlreiche Bäche, Quellen, Felsen und weitere Naturschönheiten ein.
Die Angebote
Informationen zu aktuellen Veranstaltungen finden Sie auf unseren Social-Media-Kanälen:
- Facebook: https://www.facebook.com/people/Naturpark-Fichtelgebirge/100066728465339/
- Instagram: https://www.instagram.com/naturpark.fichtelgebirge/
Des Weiteren lohnt sich auch ein Blick in das Veranstaltungsprogramm des InseGdA-Projektes:
https://www.insegda.de/termine/
Empfehlungen im Netz
- Naturpark Fichtelgebirge e.V. → Internetseite
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- Naturpark Fichtelgebirge e.V. → Instagram
- Landschaftspflegeverband Wunsiedel i. Fichtelgebirge e.V. → Facebook
- Landschaftspflegeverband Wunsiedel i. Fichtelgebirge e.V. → Instagram
- Landratsamt Wunsiedel i. Fichtelgebirge – untere Naturschutzbehörde → Internetseite
- InseGdA – Artenvielfalt im Eger- und Röslautal → Internetseite
- InseGdA – Artenvielfalt im Eger- und Röslautal → Internetseite des Bundesamtes für Naturschutz
- Gebietsbetreuung "Schutzgebiete im Naturpark Fichtelgebirge" → alter Infoflyer

