Mettenbacher-Grießenbacher Moos und nördliche Isarhangleite
Name: Mettenbacher-Grießenbacher Moos und nördliche Isarhangleite
Gebietsgröße: 3.300 ha
Betreut seit: Oktober 2017
Bedeutung:
Landesweit bedeutsames Wiesenbrütergebiet, Rastplatz für Zugvögel
Typische Lebensräume:
Niedermoorlandschaften und trockene südexponierte Hänge
Besonderheit:
Das Gebiet beinhaltet den Kontrast der feuchten Niedermoorflächen im Isartal zu den hochwertigen Trockenhängen und Magerrasen-Bereichen der südexponierten Hangleite.
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Info-Flyer der Gebietsbetreuung "Mettenbacher-Grießenbacher Moos und nördliche Isarhangleite"
Das betreute Gebiet besteht aus zwei unterschiedlichen Landschaftstypen.
Zum einen das Mettenbacher und Grießenbacher Moos mit einer Gesamtgröße von ca. 2.500 ha. Hier befinden sich (in drei Teilflächen) etwa 17% des FFH-Gebiets DE 7341-371 "Mettenbacher, Grießenbacher und Königsauer Moos (Unteres Isartal)", sowie etwa 38% des SPA-Gebiets DE 7341-471 "Wiesenbrütergebiete im Unteren Isartal".
Und zum anderen die südexponierte Isarhangleite mit einer Gesamtgröße von ca. 800 ha zwischen Unterwattenbach und Weng. Es handelt sich hierbei um das BayernNetz Natur-Projekt "Isarleiten im Landkreis Landshut" unter Zusammenarbeit der unteren und höheren Naturschutzbehörde sowie der Gemeinden Essenbach, Postau und Weng.
Name: Manfred Röslmair
Ausbildung:
Geprüfter Natur- u. Landschaftspfleger, zert. Natur- u. Landschaftsführer, Wiesenbrüterberater
Im Dienst seit: 2017
Träger: Landschaftspflegeverband Landshut e. V.
Thematische Schwerpunkte:
Wiesenbrüterschutz, Arten- und Biotopschutz, Monitoring, Koordination ehrenamtlicher Unterstützer, Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung.
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Schon viele Jahre war ich in der Landschaftspflege, Umweltbildung und Wiesenbrüterschutz tätig, bevor ich 2017 die Arbeit als Gebietsbetreuer begann. Hier ist es mein Ziel, einen Beitrag zu leisten, die Artenvielfalt auch für künftige Generationen zu erhalten.
Kontakt
Landschaftspflegeverband Landshut e. V.
Achdorfer Weg 7
84036 Landshut
Telefon: 08703 9073-8735
Tierarten:
Wiesenbrüter wie Großer Brachvogel, Kiebitz, Rotschenkel, Grauammer, Wachtelkönig, Drosselrohrsänger; Amphibien und Reptilien wie Kreuzkröte, Laubfrosch, Zauneidechse und Schlingnatter; sowie Insekten wie Blaukernauge, Dunkler und Heller Wiesenknopfameisenbläuling.
Pflanzenarten:
Zu den Raritäten und Besonderheiten im Moos zählen neben Kreuz- (Gentiana cruciata) und Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe) die verschiedenen Orchideen-Arten wie Pyramiden-Knabenkraut (Anacamtis pyramidalis), Sumpf-Knabenkraut (Anacamtis palustris), Fleischfarbenes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata) und Helm-Knabenkraut (Orchis militaris). Charakteristisch sind auch die Pfeifengras-Wiesen (Molinia caerulea) mit Wohlriechendem Lauch (Allium suaveolens), Sibirischer Schwertlilie (Iris sibirica) und Mehl-Primel (Primula farinosa).
In der Hangleite kommen neben verschiedenen Acker-Wildkräutern wie Acker-Rittersporn (Consolida regalis), Acker-Frauenspiegel (Legousia speculum-veneris) und Acker-Wachtelweizen (Melampyrum arvense) auch die Weiße Zaunrübe (Bryonia alba), Großer Knorpellattich (Chondrilla juncea), Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata) und Echte Katzenminze (Nepeta cataria) vor.
Highlights:
- Balzflug der Brachvögel und Kiebitze
- Vogelzug
- extensive Beweidung
Hilfsprogramme für:
- Wiesenbrüter
- seltene Amphibienarten
- seltene Pflanzenarten
Naturschutz-Projekte:
- Wiesenbrüter-Schutz und Monitoring, fortlaufend
- Extensive Beweidung
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Der Große Brachvogel
Der mit seinem bis zu 20cm langen und gebogenen Schnabel sehr spektakulärer aussehende Große Brachvogel ist auch bei uns im Isarmoos heimisch. Ältere Landwirte berichten, dass die „Mooshenne“, so wurde der Brachvogel früher genannt, vor ca. 50 Jahren sehr häufig im Isarmoos anzutreffen war. Sein wunderschön vorgetragenes „Flöten und Trillern“ war von weitem zu hören und als Begleiter der täglichen Feldarbeit nicht wegzudenken!
Anfang April legt das Brachvogel-Weibchen 4 Eier, woraus nach ca. vier Wochen (27-29 Tage) Brutzeit die Küken schlüpfen. Als Nestflüchter verlassen die Küken bald das Nest und müssen sich fortan ihre Nahrung selbst suchen. Bei Gefahr ducken sich die Küken in eine Bodenmulde und vertrauen auf ihr „Tarnkleid“. Mit ca. fünf Wochen (32-35 Tage) können die Jungvögel fliegen.
Der Kiebitz
Der etwa taubengroße, schwarz-weiße Vogel hat insbesondere beim Männchen eine markant abstehende Federholle am Hinterkopf.
Zur Balzzeit im März vollführt das Kiebitzmännchen akrobatische Balzflüge - stets begleitet von den typischen Rufen mit Rollen und Sturzflügen. Die im Balzflug enthaltenen schaukelnden Flugeinheiten brachten ihm den Namen „Gaukler der Lüfte“ ein.
Ebenso ist sein Ruf einzigartig, da er seinen Namen „kie-wit“ ruft. Regional wurde davon der Name „Gauwitz“ abgeleitet.
Der Kiebitz benötigt ursprünglich offene Landschaft mit niederwüchsigen Feuchtwiesen. Da dieser Lebensraum immer seltener wurde, weicht der brutplatztreue Kiebitz immer mehr auf Äcker aus.
Seine Hauptnahrung besteht aus Würmern, Spinnen, Insekten und deren Larven.
Sein sogenanntes Fuß- oder Bodentrillern ist eine Besonderheit, um an Nahrung zu kommen. Auf feuchten Böden stehend, verlagert er sein Gewicht auf ein Standbein, um mit dem anderen Bein schnelle Klopfbewegungen auszuführen und ein leichtes Bodenvibrieren zu erzeugen. Damit lockt er Würmer, Larven und Schnecken aus dem Boden, die er dann verspeist.
Zudem benötigt der Kiebitz zur Wasseraufnahme Nassstellen.
Was Sie unbedingt erleben müssen
Zur Balzzeit sind das Flöten und Trillern der Großen Brachvögel und die akrobatischen Balzflüge der Kiebitze ganz besondere Naturschauspiele
Die schönsten Orte im Gebiet
Das Vogelschutzgebiet Mettenbacher und Grießenbacher Moos und die Vogelbeobachtungshütte Kreuzstauden
Die Angebote
Bei Fragen zum Thema Wiesenbrüter / Pflegemaßnahmen im Wiesenbrütergebiet, als Referent oder für Exkursionen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

