Ramsargebiet Ammersee
Name: Ramsargebiet Ammersee
Gebietsgröße: ca. 7.000 ha
Betreut seit: Januar 1997
Bedeutung:
Die Gebietsbetreuungs-Kulisse Ammersee umfasst die gesamte Seefläche und die Naturschutzgebiete "Ampermoos" im Norden, "Vogelfreistätte Ammersee Südufer" im Süden, sowie "Seeholz und Seewiese" im Westen des Ammersees. Sie sind zudem Teil des europäischen Schutzgebiets-Netzes Natura 2000 (FFH und SPA). Der Ammersee und seine umliegenden Streuwiesen gehören zu den Ramsar-Gebieten und sind dadurch seit 1976 als Feuchtgebiete von internationaler Bedeutsamkeit ausgezeichnet.
Die traditionell gemähten Großseggen-Streuwiesen gehören zu den größten (und letzten) Seggenwiesen im südlichen Mitteleuropa. Neben ihrer Größe besitzen sie aufgrund ihrer herausragend hohen Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren und der Artausstattung mit Stromtalarten eine große naturschutzfachliche Qualität.
Typische Lebensräume:
Mesotrophes Voralpengewässer; Wellenschlagufer mit (fragmentarischen) Strandrasen; Uferröhricht; Au- und Galeriewald; Ufergehölze; Schilf-Landröhricht; Schneidried; Anmoor- und Niedermoor; Überflutungsried; Streuwiesen; Artenreiche Flachlandmähwiesen; Quellfluren; Kühler Gebirgsfluss mit Mündungsdelta; Sommerwarme klare Fließgewässer (Seeabflüsse); Feuchtwald und reliktischer Eichen-Hainbuchenwald in eher kühl-feuchter Ausprägung
Besonderheit:
Das Ramsar-Gebiet Ammersee war das Pilotprojekt der Bayerischen Gebietsbetreuung
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Das Ammersee-Gebiet gehört in Deutschland zu den 30 Gebieten mit der höchsten Artenvielfalt. In den Streuwiesen leben unter anderem Wiesenbrüter und die Sibirische Schwertlilie. Zudem ist der Ammersee eine wichtige Drehscheibe des internationalen Vogelzuges und somit ein wichtiges Überwinterungsgebiet für tausende Wasservögel, wie Reiherente, Blässhuhn und Kolbenente. So weit nördlich der Alpen gibt es kein zweites Gebiet, das über 1.200 ha Niedermoor Streuwiesen umfasst. Das Ampermoos ist eines der letzten Flusstalniedermoore Bayerns. Die Schneidried-Bestände dort, ein prioritärer Lebensraumtyp nach der europäischen FFH-Richtlinie, gehören zu den größten in Mitteleuropa. Im Voralpenland und nahe an München gelegen, gilt der Ammersee als beliebtes Tourismus-Ziel mit stark ansteigender Besucherzahl.
Name: Christian Niederbichler
Ausbildung:
Dipl. Geograf
Im Dienst seit: 1997
Thematische Schwerpunkte:
Wiederherstellung von Streuwiesen-Lebensräumen, Pflege von Niedermoorflächen (inkl. Kopf- und Schneidbinsenrieder), Beratung von Landwirten, Neuanlage von artenreichen Wiesen durch Mahdgutübertragung bzw. Einsaat mit zertifiziert regionalem Saatgut, Kartierung von Rote-Liste-Arten, botanische Artenhilfsmaßnahmen, Wiesenbrüterschutz, Wiederherstellung von Bekassinen-Lebensräumen, Monitoring (Rote-Liste-Pflanzen, Wasservögel, Kornweihen-Schlafplätze), naturkundliche Führungen, Betreuung von Oberstufen-Seminararbeiten und Bachelor-Arbeiten, zahlreiche Kooperationen u.a. mit Umweltpädagogen der Mobilen Umweltschule.
Name: Jana Jokisch
Ausbildung:
M.Sc. Umweltplanung und Ingenieurökologie (TUM)
B.Sc. Biologie (LMU)
Im Dienst seit: 2018
Thematische Schwerpunkte:
Wasservögel und Wassersport; Naturschutz am See; Monitoring (Wasservögel, Kornweihen, Wiesenbrüter); Wiesenbrüterschutz; Öffentlichkeitsarbeit; Besucherlenkung im südlichen Ammerseegebiet; Betreuung Brutpaar Fischadler
Name: Markus Meßner
Ausbildung:
Im Dienst seit: 2021
Thematische Schwerpunkte:
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Ich bin als dienstältester Gebietsbetreuer Bayerns schon am 1. Oktober 1997 in Stegen in mein Amt eingeführt worden. Schwerpunkte meiner Arbeit sind die Streuwiesen im Naturschutzgebiet "Ampermoos" und "Vogelfreistätte Ammersee Südufer".
Im Frühjahr bin ich mit einem Artenschutzprojekt für den Großen Brachvogel und zahlreichen Führungen am Südende beschäftigt. Im Sommer und Herbst liegt mein Fokus auf der Betreuung von Pflegemaßnahmen v.a. im Ampermoos, wo ich Blühinseln und Schmetterlingslebensräume ausstecke oder seltene Moorpflanzen erfasse. Herbst und Winter sind die Zeiten für Wasservogel- und Schlafplatzzählungen, unter anderem von Kornweihen.
Ich habe einen langen Bezug zu „meinem Gebiet“, das ich seit knapp 30 Jahren betreue. Aufgewachsen am Münchner Westrand radelte ich bereits im Alter von 15 Jahren zum Vögel beobachten dorthin und beteiligte mich ab Mitte der 80er Jahre an ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen am Ammersee-Südende. Meine Arbeit vor Ort ist der beste Beweis, dass sich ein langer Atem lohnt: Im Ampermoos konnten die Bestände seltener Arten zum Teil verdoppelt werden. Der Brachvogel, der Ende der 80er Jahre im Ampermoos als ausgestorben galt, ist wieder in die alte Heimat zurückgekehrt. Mit regelmäßigen Bruten, die mit viel Aufwand geschützt werden, ist die Population im Ampermoos eine der wenigen in Bayern, die wieder am Wachsen ist.
Ebenso konstant ist die Zusammenarbeit mit den Landwirten, die die Streuwiesen im Ramsargebiet Ammersee pflegen. Auch hier ist Kontinuität ein Schlüssel zum Erfolg.
Aufgewachsen in Dießen am Ammersee habe ich nun das Glück als Gebietsbetreuerin im wunderschönen Ramsar-Gebiet Ammersee tätig sein zu können. Hier kümmere ich mich besonders um den See und vermittle zwischen den Bedürfnissen der Wasservögel und den Ansprüchen der Wassersportler. Weitere Aufgaben sind der Wiesenbrüterschutz und das Lebensraummanagement im Naturschutzgebiet "Vogelfreistätte Ammersee-Südufer", sowie die Öffentlichkeitsarbeit und die Besucherlenkung im südlichen Ammerseegebiet. Ich sehe mich als Vermittlerin zwischen den Bedürfnissen der Natur und der Öffentlichkeit, sowie allen Interessengruppen wie Landwirten, Jägern, Fischern und Behörden. Für mich ist es wichtig, mit allen beteiligten Akteuren vor Ort zusammenzuarbeiten und durch Öffentlichkeitsarbeit über die Natur und ihren Schutz zu informieren. Gerne können Sie mich auf unseren Führungen rund um den Ammersee begleiten.
Als Gebietsbetreuer am Ammersee liegt ein besonderer Fokus meiner Arbeit darauf, die Natur und ihre Schutzbedürfnisse mit den vielfältigen Nutzungsinteressen der Menschen in Einklang zu bringen. Der Ammersee ist nicht nur ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, sondern auch ein beliebtes Erholungsgebiet, das viele Menschen schätzen und nutzen.
Meine Aufgabe sehe ich darin, diesen einzigartigen Naturraum zu erhalten und gleichzeitig das Bewusstsein für seine Bedeutung zu stärken. Durch gezielte Besucherlenkung, Öffentlichkeitsarbeit und Schutzmaßnahmen soll sichergestellt werden, dass Mensch und Natur langfristig voneinander profitieren können.
Kontakt
Landsbergerstr. 57
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82266 Inning-Stegen
Mobil: 0172-1091587
Landsberger Str. 57
82266 Inning-Stegen
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Tierarten:
Das Ammersee-Südende ist einer der meistbesuchten Lokalitäten im süddeutschen Raum, das gilt sowohl für Ornithologen als auch für Vogelarten. Letzteres liegt an der ganzjährigen Bedeutung, gleichermaßen für Durchzugsgäste, Überwinterer und Brutvögel. So zählt das Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Ammersee Südufer und dessen Umfeld laut der letzten ADEBAR-Kartierung und dem bayerischen Brutvogelatlas 135 Brutvogelarten, so viele wie nirgendwo sonst im Freistaat.
Mehr als 30 verschiedene Wasservogel-Arten, darunter viele Tauchenten wie Reiher-, Tafel- und Kolbenente, aber auch viele Blässhühner und Haubentaucher überwintern jährlich am klaren Voralpensee. Die Kornweihe bezieht jeden Winter ausgedehnten Riedflächen um den See, einen ihrer größten süddeutschen Schlafplätze. In den Streuwiesen leben Wiesenbrüter, wie der Große Brachvogel, Kiebitz, Wiesenpieper, Braunkehlchen und Bekassine. Diese hat hier mit bis zu 10% ihrer landesweiten Population eines ihrer wichtigsten Brutgebiete in Bayern. Die Röhrichtflächen am Ammersee-Südende beherbergen eine der größten Populationen des Schilfrohrsängers in Bayern. Über 50 verschiedene Libellenarten wurden bisher nachgewiesen, darunter Kleine Zangenlibelle; Grüne- und Gemeine Keiljungfer mit großer Population in der Amper. Zahlreiche Rote-Liste-Tagfalter, wie der Riedteufel in den Streuwiesen, aber auch FFH-Anhangsarten wie Goldener Scheckenfalter und drei verschiedene Ameisen-Bläulinge kommen hier vor. Im Ammersee kommen zudem endemische Fischarten wie der Ammersee-Kilch, der Ammersee-Tiefensaibling und der Ammersee-Kaulbarsch vor.
Seit 2024 brütet ein Fischadler-Paar am Auslauf der Alten Ammer, eine echte Besonderheit. Fischadler wurden in Deutschland fast ausgerottet, jetzt breiten sie sich auch in Bayern langsam wieder aus. Das Brutpaar am Ammersee stellt den ersten Brutnachweis in Oberbayern dar. Im Jahr 2024 sind am Ammersee zwei Jungtiere flügge geworden.
Pflanzenarten:
Einer der Gründe für den besonderen Artenreichtum: Im Gebiet mischen sich Pflanzen unterschiedlicher Standorte und Florengebiete, Alpenschwemmlinge treffen auf wärmeliebende Stromtalarten, Sumpfpflanzen auf solche der Magerrasen. Berühmt ist das Ammersee-Südende für sein blaues Meer, der Massenblüte der Sibirischen Schwertlilie (Iris sibirica). Zahlreiche Rote-Liste Arten kommen vor, darunter große Bestände des abgebildeten Wohlriechenden Lauches (Allium suaveolens), einer Art mit einem weltweit eher kleinen Areal. Für den Erhalt hat Deutschland eine sehr große Verantwortung, wobei Bayern die Hauptverantwortung trägt. Es gibt auch vom Aussterben bedrohte Sippen wie das Zierliche Wollgras (Eriophorum gracile), ein Eiszeitrelikt, oder den Holländischen (Sumpf-)Löwenzahn (Taraxacum hollandicum). Auch FFH-Anhangsarten wie Torfglanzkraut (Liparis loeselii) und Kriechender Sellerie (Helosciadium repens) kommen vor. Allein mehr als ein Dutzend verschiede Orchideen haben hier ihr Zuhause.
Highlights:
Das Trillieren des Brachvogels im Frühling, die Märzenbecher-Blüte im Seeholz, brütende Fischadler am Ammersee Südende, das blaue Blütenmeer zur Blütezeit der Sibirischen Schwertlilie im Sommer, das Blätterrauschen der Schwarz-Pappeln am Seeufer, in der Dämmerung am Schilf-Schlafplatz einfallende Starenschwärme, feiner Nebel über der Seeoberfläche im Herbst, das morgendliche "Seerauchen" im Winter, der Blick über das weite Ampermoos vom Vogelturm in Kottgeisering aus, der Alpenblick nach Süden im Winter….
Hilfsprogramme für:
Großer Brachvogel, Bekassine, Torfglanzkraut, Vogelazurjungfer
Besondere Lebensraumtypen:
LRT-
3140 Stillgewässer mit Armleuchteralgen
3150 Nährstoffreiche Stillgewässer
3270 Flüsse mit Schlammbänken mit Pioniervegetation
6210 Kalkmagerrasen
6410 Pfeifengraswiesen
6430 Feuchte Hochstaudenfluren
6510 Artenreiche Flachland-Mähwiesen
7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore
7210 Kalkreiche Sümpfe mit Schneidried
7220 Kalktuffquellen
7230 Kalkreiche Niedermoore
91E0 Weichholzauwälder mit Erle, Esche und Weide
Mehr Informationen
https://starnberg.lbv.de/schutzgebiete/ramsargebiet-ammersee/
https://starnberg.lbv.de/schutzgebiete/nsg-ampermoos/
http://www.ammerseepfad.de/
Was Sie unbedingt erleben müssen
- das blaue Blütenmeer, zur Blütezeit der Sibirischen Schwertlilie (Iris sibirica) südlich des Ammersees
- das morgendliche "Seerauchen" über dem See im Herbst
- der Alpenblick über den See nach Süden im Winter
Die schönsten Orte im Gebiet
- Der Blick von Stegen über den Ammersee auf die Alpen
- Die Aussicht von den Vogelbeobachtungstürmen in Kottgeisering und Dießen
- Der kleine Spaziergang am Ammersee-Südende entlang der Neuen Ammer
- Die Dampferfahrten über den See zu den verschiedenen Seepromenaden
Die Angebote
Jedes Jahr bieten wir Führungen rund um den Ammersee an. Diese können Sie im Veranstaltungsprogramm der vhs-Herrsching oder -Ammersee-West (Anmeldung dort), sowie bei "BayernTourNatur" einsehen. Auf Anfrage können auch Führungen für private Gruppen, Vereine etc. vereinbart werden.
Empfehlungen im Netz
- LBV Website - Gebietsbetreuung Bayern und ihr Ursprung
- LBV Website - Ansprechpartner Gebietsbetreuung Ammersee
- LBV Website - Ramsargebiet Ammersee
- LBV Website - Das Ampermoos
- LBV Website - Der Ammersee
- LBV Website - Wasservogelzählung am Ammersee
- Ammerseepfad - Vielfalt rund um den Ammersee
- Ammerseepfad - Naturraum Ampermoos
- Ammerseepfad - Wintergäste
- BR Film - Zuflucht Ampermoos
- Viaje por el sur de Baviera

